In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die jährlich wiederkehrenden Ausrückungen vor:

 

  1. Hauptrapport
  2. Ostergrabwache
  3. Fronleichnam
  4. Schützenschnurschießen
  5. Allerheiligen

 

 

1. Hauptrapport

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Hauptrapport findet jedes Jahr innerhalb 6 Wochen vor Ostern statt. Für die aktiven Mitglieder besteht Uniformpflicht. Unterstützende Mitglieder haben das Recht einer beratenden Stimme. 

Aufgaben des Hauptrapports:

  • Entgegennahme des Rechenschaftsberichtes und des Berichts über den Rechnungsabschluss
  • Entgegennahme des Berichtes der Kassenprüfer
  • Erteilung der Entlastung des Vereinsausschusses
  • Wahl der Mitglieder des Vorstandes und der Funktionsträger sowie deren Stellvertreter (für die Dauer von 4 Jahren)
  • Wahl der Offiziere
  • Wahl der Rechnungsprüfer
  • Festsetzung des Mitgliedsbeitrages für das nächste Jahr
  • Statutenänderung und Erlassung von Geschäftsordnungen
  • Beratung und Beschlussfassung über die vom Vereinsvorstand und Vereinsausschuss vorgelegten bzw. von den einzelnen Mitgliedern  eingebrachten Anträge
  • Beratung über eine eventuelle Auflösung des Vereines.

 

Neben den statutenmäßigen Aufgaben werden in einem Tagesordnungspunkt Beförderungen, Ehrungen und Verleihungen von Auszeichnungen (z.B. Oberst Schick Orden) vorgenommen.

 

 

2) Ostergrabwache (Karfreitag und Karsamstag)

                                                                         

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Tradition der Ostergrabwache ist seit dem Mittelalter (15. Jh.) bekannt. Die katholische Bevölkerung musste ihre Umzüge und Bräuche mit Waffengewalt vor heidnischen, hussitischen und protestantischen Übergriffen und Ausschreitungen schützen. Besonders in der Zeit der Gegenreformation (Beginn 17. Jh.) erreichte die Ostergrabwache ihren Höhepunkt. Damals wurden die Bürger von der Obrigkeit (der Landesfürst konnte den Glauben seiner Untertanen bestimmen) dazu angehalten, die katholischen (Weihnachten, Ostern, Fronleichnam, Allerheiligen, u.a.) Bräuche zu schützen.

Das blieb im Wesentlichen bis zum 1. Weltkrieg so.

Bis dahin waren alle Bürgergarden Teil der k.k. Armee.

Nach 1918 bestand die Bürgergarde nur mehr als Verein weiter.

Die Tradition der Ostergrabwache blieb in Bad Leonfelden erhalten.

Seit der Wiedererrichtung 1998 wird die Grabwache wieder jedes Jahr abgehalten.

Im Mittelalter war es üblich, dass die Ausrückenden von den zu Hause gebliebenen Bürgern mit Verpflegung, Gaben und Geschenken im Wachlokal versorgt wurden, um damit ihre Verbundenheit auszudrücken.

Die Ostergrabwache des Bürgerschützenkorps Bad Leonfelden wird als Pflege des alten Brauchtums jedes Jahr am Karfreitag und Karsamstag vor dem Heiligen Grab in der Pfarrkirche aufgeführt.

Die Grabwache beginnt am Karfreitag um 15:00 Uhr mit dem Aufmarsch und der Präsentation „Zum Gebet“ vor dem Wachlokal (Rathaus). Anschließend wird das Wachlokal im Stadtamt eingerichtet und der Schnorrposten vor dem Wachlokal vergattert.

Von 16:30 bis 18:00 Uhr halten zwei Gardisten je eine halbe Stunde Grabwache. Die halbstündigen Wachablösen haben sich mittlerweile zu einem attraktiven Fotomotiv in der Kurstadt entwickelt.

Am Karsamstag beginnt die Wache um 08:00 Uhr.

Im Rahmen der Meldung des Endes der Grabwache um 13:00 Uhr an den Protektor des Bürgerschützenkorps (Bürgermeister) finden Auszeichnungen und Angelobungen statt.

Im Wachlokal wird ein Wachbuch geführt, indem sämtliche Daten noch handschriftlich erfasst werden. Dazu werden auch alle Gäste eingeladen sich einzutragen.

 

 

3) Fronleichnam

 

 

Das Datum des Fronleichnamsfestes wird nach der Osterformel des beweglichen Osterfestes berechnet. Neben zahlreichen anderen Vereinen der Stadt rückt auch zu diesem Hochfest der katholischen Kirche das Bürgerschützenkorps mit der Fahne aus.

Beim letzten von 4 Altären wird ein Salut abgefeuert.

 

 

 

4) Schützenschnurschießen (üblicherweise letztes Augustwochenende)

 

 

Seit Bestehen des Vereines findet in der Dürnau das traditionelle Schützenschnurschießen statt. Auf dem Anwesen des 2014 verstorbenen Gründungsmitgliedes und langjährigen Schriftführers Ernst Woisetschläger messen sich nicht nur aktive Mitglieder im Kleinkalibergewehrschießen. In den Jahren wurde die Anlage ständig erweitert und wir können nun witterungsunabhängig mittlerweile an einem Wochenende über 70 Schützen begrüßen. DieTeilnahme ist für Jedermann ab 18 Jahren möglich. Wir würden uns auch über Gruppen, Firmen, Vereine, etc. freuen. Bei Bedarf werten wir auch eine interne Klassenwertung aus.

 

Modus: Geschossen wird mit Kleinkalibergewehr mit Zielfernrohr, 1,5 facher Vergrößerung und Zielstachel.

Es gilt aus einer Entfernung von 100 m aufgelegt und angestrichen 3 Schuss/Serie eine 10er Ringscheibe zu treffen. Es gibt keine Serienbegrenzung. Bei Ringgleichheit entscheidet jeweils die Deckserie.

 

Goldene Schützenschnur:

Für aktive Mitglieder gibt es die Wertung der goldenen Schützenschnur. Voraussetzung ist dabei ein Ergebnis von 29 Ringen. Die goldene Schützenschnur kann nur einmal gewonnen werden und der Träger behält diese für das gesamte Vereinsleben. Unabhängig davon gibt es unter den aktiven Mitglieder eine Klassenwertung für den Gesamtsieg.

 

Schützenschnur? - Goldene Schützenschnur?

 

Das Aussehen der Uniformen der verschiedenen Garden ist zum Teil selbst entworfen oder an traditionelle Verbände angelehnt. Ebenso die Schützenschnur, die üblicherweise für hervorragende Schießleistungen verliehen wird. So auch beim Bürgerschützenkorps Bad Leonfelden. Die "rote" Schützenschnur ist Teil des Grundbestandes der Uniform und wird mit einem Ende an der linken Schulterspange und mit dem anderen Ende am 2. rechten Knopf von oben getragen. Dem Gewinner des "Schützenschnurschießens" wird die rote Schützenschnur für die "Goldene Schützenschnur" ersetzt. Achten Sie doch bei unserer nächsten Ausrückung auf dieses Detail.

 

Jahr

Schützenschnursieger

1999

Traxler Josef

2000

Rehberger Karl

2001

Weixelbaumer Alfred

2002

Stürzl Karl

2003

Fröhlich Raimund

2004

Fierlinger Kurt

2005

Enzenhofer Stefan

2006

Danner Michael

2007

Hochreither Manfred

2008

Koll Manfred

2009

Madlmair Christoph

2010

Altmüller Hermann

2011

Reingruber Gregor

2012

Huber Peter

2014

Niedermayr Stefan

2015

Hofer Martin
2016 Hametinger Philipp
2017 Altmüller Andreas

 

 

5) Allerheiligen (1. November)

 

Auch wenn nach der christlichen Lehre zu Allerheiligen aller Heiligen gedacht wird, so hat sich doch hierzulande eingebürgert, dass eigentlich Allerseelen den 1. November für sich eingenommen hat.

So auch beim Bürgerschützenkorps. Die gesamte Mannschaft marschiert mit Musik und Kameradschaftsbund zur Friedhofsmauer, Ecke Ringstraße - Weinzierler Straße, beim Promenadenpark und legt beim dortigen Gedenkstein einen Kranz nieder.

Anschließend führt die Musik die beiden Traditionsverbände zum Kriegerdenkmal bei der Pfarrkirche. Das Gedenken umfasst die Ansprache des Bürgermeisters der Stadtgemeinde Bad Leonfelden und endet mit dem Segen des Herrn Pfarrers.